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53 kg.
13.9.07 12:32


wie weit kann ich gehen? einen joghurt weiter? ich führe tagebuch über mich wie ein labortier. ich kann mir den gang auf dem drahtseil gerade jetzt eigentlich nicht leisten.

meine waage muss falsch gehen. eine davon muss falsch gehen. beide zeigen zu viel an, aber die andere drastisch zu viel. das bin nicht ich. ich bin kein 62 kg fleischberg, auch nicht mit stiefeln und pulli und jeans. meine persönliche strafe. ich hätte gestern die kontrolle nicht verlieren dürfen. hätte wäre wenn sollte. ich sollte französisch lernen.

ich bin so unglaublich müde. 

29.3.07 16:07


wenn das abitur zu ende ist, muss ich mich endlich nicht mehr zwingen, zu essen. keine täglichen kämpfe um vermeintliche selbstverständlichkeiten, keine unsicherheiten, nur noch die bloße reduktion auf eigenverantwortung und selbstdisziplin.

wenn das abitur zu ende ist, habe ich endlich wieder kontrolle und entscheidungsfreiheit. luft- und lichtgestalt. zerbrechlich. luftgestalt. klarer geist, ein wenig über allem schwebend, allem erhaben, unüberlagert von fett und essen. knochen sind sauer und rein. 

19.3.07 18:44


manchmal wird einem bewusst, dass irgendetwas schief gelaufen sein muss.
früher dachte ich, wenn sich mein kopf endlich daran gewöhnt hat, werde ich irgendwann ein gesamtkunstwerk sein.
irgendwann, wenn ich dünn bin, wird alles gut sein.
ich bin aus papier.


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9.3.07 17:28


Wenn ich aufhöre zu atmen, merkst du es? Es ist nicht so, als wollte ich es. Es ist das Wissen darum, die Möglichkeit dazu zu haben. Drahtseilakt. Ich kann. Ich kann mich selbst zerstören, wenn ich nur will. Es gibt immer einen Ausweg. Und ich lache. Schau, wie ich mich nach vorne beuge. Es ist dir eh egal. War es schon immer. Aber ich habe endlich die Kontrolle über mich selbst. Ich bestimme, was mit mir passiert. Dir mag das egal sein. Mir nicht.

Ich habe mir gestern einen Beutel grüner Murmeln gekauft. Ich zähle die Tage. Ruhig. 

4.3.07 18:08


Ich bin Porzellan. Ich will nicht dass du irgendwann stirbst, hat er gesagt, als ich mitten im Badmintonfeld lag. Es geht weiter, weiter, weiter. Porzellan. Porzellan ist glatt und fein geschwungen. Umso mehr ich mich aushungere, desto näher bin ich bei mir.

Morgens, wenn ich mit dem Bus fahre, die obligatorische Prüfung. Bewegt sich etwas an mir, bei Erschütterungen? Ich will unerschütterlich sein. Gebündelt und stringent. Reduziert auf das Wichtigste und unantastbar. Und in den Arm genommen werden. Dabei bin ich so weit weg, von anderen. Ich sehe sie durch Fenster, wie sie lachen und gehen und reden, und bleibe still, gebündelt, aus Porzellan.

Ich fühle mich wie an einer Schnur aus Knochen hochgezogen. Knochen sind sauer und rein. Knochen sind Willensstärke. Das Gefühl ist ausschlaggebend. Nichts essen ist wie high sein. Leere auffüllen mit Luft, sie immer kleiner werden lassend.

4.3.07 17:55


Würde ich das tun, was ich tatsächlich möchte, ich würde in diesem Moment beschliessen, nie wieder aufzustehen. Einfach im Bett liegenbleiben, bis mich irgendjemand heraustragen muss. Ich bin müde. Ich bin müde, und ich mag nicht mehr.

Die Tage sind so seltsam, morgens versuche ich mir eine "Alles wird gut" Naivität einzureden. Manchmal klappt das auch. Dann laufe ich nach Hause, schmunzele über die Katze, die mir begegnet, und die Kinder, die an mir vorbeilaufen, und sobald ich die Tür hier aufschließe fängt das ganze Drama wieder von vorne an. Müdigkeit, der Zwang zu lernen, Lustlosigkeit, Kühlschrank, Konzentrationsstörungen, Unzufriedenheit, Einsamkeit.

Am Liebsten würde ich einfach nur - liegenbleiben. Nie wieder aufstehen. Weder morgen, noch nächste Woche. 

25.2.07 23:12


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